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Liebe Kinofreunde
Der Film Nachbeben wird als „Antwort auf den schweizerisch-deutschen Spielfilm Heldin“ beworben, was irritierend wirkt, da Heldin weder eine Frage ist noch eine gestellt hat und die beiden Filme lediglich dahingehend miteinander zu tun haben, als sie in einem Krankenhaus spielen, Überforderung ein Thema ist – und beide bei den Berlinale-Screenings 2025 bzw. 2026 mit intensivem Applaus bedacht wurden. Unser Frauen-Sinn(ema)-Publikum kommt mit Nachbeben einmal mehr in den Genuss einer bewegenden und zum Nachdenken anregenden Preview.
Heutzutage ist das Tourette-Syndrom eine bekannte Bezeichnung für eine spezielle Erkrankung des Nervensystems. Während der Kinder- und Jugendjahre des Helden aus Verflucht normal aber gab es keinerlei Möglichkeiten, sein merkwürdiges Verhalten einzuordnen und so bedurfte es einer sehr empathischen Seele, um dem jungen Mann auf seinem Lebensweg hilfreich zur Seite zu stehen. An Leib und letztlich auch an Seele gestärkt, dürfen unsere Kaffee-Kuchen-Kino-BesucherInnen ZeugInnen dieses spannenden Werdegangs sein. Einmal den Musiker Elvis Presley satt – dies und nichts anderes verspricht und hält EPiC: Elvis Presley in Concert.
Sämtliche Dramen im sehr kurzen Leben des legendären Sängers ignorierend, widmet sich der Dokumentarfilm ausschließlich dem Musiker und seiner Band während der Proben und bei den Auftritten. Genuss pur!
Nicht ganz dramenfrei sind Buch und Verfilmung Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Und so ist Stoff zuhauf geboten für eine spannende MusenKino-Veranstaltung im PROVINZ Programmkino, bei der im ersten Teil des Abends zwei VertreterInnen des Pfalztheaters Kaiserslautern auf vielfältige Weise ihre Sicht der Lehrjahre junger SchauspielerInnen dem Publikum nahebringen, bevor die Literaturverfilmung und mithin die gerade wieder genesene großartige Senta Berger auf der Leinwand zu sehen sein werden. Ein Gläschen Sekt inklusive, versteht sich.
Niemand muss sich für Fußball interessieren, um den italienischen WM-Sommer 1990 genießen zu können, da er auf so ungewöhnlich private, sympathische und informative Art vorgestellt und, ganz andere Facetten zeigend, in Erinnerung gerufen wird.
Weder zum Frauen- noch zum Karfreitag kommt das Schwarz-Weiß-Drama um die als Mann sich ausgebende Frau namens Rose ins Kino – und täte doch an beiden Tagen perfekt passen.
Als das Glamour-Paar der Literatur wurden Siri Hustvedt und Paul Auster beschrieben. Wie es ist, einerseits stets als „Frau von …“ bezeichnet und als Autorin der eigenen Bücher infrage gestellt zu werden, andererseits alleine zurückzubleiben, wenn der jahrzehntelange Partner verstirbt, das beschreibt und zeigt der faszinierende Dokumentarfilm Siri Hustvedt – Dance around the Self.
Möge es für unser Publikum ein so verführerischer Kino-Monat sein, wie es die Filme (und wir) verdient haben.
Ursula Simgen-Buch

