Das Wort zum Freitag (28) vom 18.2.2021

„Das Kino muss sich neu erfinden!“ – eine Forderung, die seit einigen Monaten immer mal wieder zu lesen oder zu hören ist. Das Kino leidet unter Viren, Streamingdiensten und ausbleibendem Publikum. Es gibt zahllose Zeitungsartikel darüber, ob bzw. dass das Gesamtkonzept Kino als Gemeinschaftserlebnis inklusive seiner sozialen Funktion nun endgültig auf dem Prüfstand steht oder zu stehen droht. Ist dem so? Denkbar wäre doch, dass Kinos nicht nur (dank der Unterstützung seitens öffentlicher und privater Hand sowie aus eigener Kraft) in der Lage sind, diese Krise zu überstehen, sondern auch Veränderungen vorzunehmen, die nicht zwingend das Ausmaß einer Neuerfindung annehmen müssen. Dass diese wie andere Kulturorte nach Überwindung dieser Krise mit neuer Wertschätzung aufgesucht werden. Dass Menschen, deren Welt seit fast einem Jahr mehr denn je eine digitalisierte ist, von Sehnsucht nach einer real existierenden geradezu überfallen werden. Zu erhoffen wäre, dass ein Publikum, das für soziale wie ökologische Nachhaltigkeit sich interessiert, nun umso mehr die Programmreihen zu den Themen Ökologie, Natur, Artenvielfalt usw. zu schätzen weiß. Und dass es ein Ort der emotionalen wie intellektuellen Geborgenheit werden kann für all jene, deren Psyche während der vergangenen Monate weit über Gebühr belastet und deren geradezu zügelloser Appetit auf kulturelle Bildung glattweg ignoriert wurde. Zunächst aber gilt es, überhaupt wieder öffnen zu dürfen. Die AG Kino – Gilde regt an zu einem leuchtenden Zeichen für PolitikerInnen wie ZuschauerInnen (wobei es im Idealfall eine Schnittmenge geben sollte). Unübersehbar und bundesweit soll es sein, das Signal der Vorfreude auf den Tag der (2.) Wiedereröffnung einerseits, und der Angst, am Ende vom Ende der Rangliste zu stehen, andererseits.

Sonntag, der 28. Februar 2021, vor der nächsten Bund-Länder-Runde also, soll der Tag der Erleuchtung ein. Sehet hin!

Ursula Simgen-Buch

P.S.: Unten findet Ihr einen neuen Kurzfilm!